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Länderprofil Algerien. (PDF)

PUBLICATION DATE: 10/2014
FORMAT: DIN A4
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Algerien bestreitet seine Energieversorgung zu nahezu 100 Prozent durch Erdöl und Erdgas. Gegenwärtig befindet sich der Strommarkt des Landes noch im Liberalisierungsprozess, der bereits 2002 angestoßen wurde. Seitdem wurde der Staatskonzern Socièté Nationale de l'Electricité et du Gaz (Sonelgaz), der bis 2002 das Monopol auf Erzeugung, Übertragung und Verteilung von Strom und Gas innehatte, schrittweise privatisiert und muss sich daher der Konkurrenz unabhängiger Kraftwerksbetreiber (IPP) stellen. Nahezu die gesamte Stromproduktion (99 Prozent) des Landes basiert auf fossilen Energieträgern. Der Stromverbrauch stieg zudem seit dem Jahr 2000 um durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr. In den Jahren 2001 bis 2011 wurde so die installierte Kraftwerksleistung mehr als verdoppelt (5,6 GW auf 11,4 GW).

Um die bestehenden Stromerzeugungskapazitäten zu diversifizieren und dabei den Klimawandel zu bekämpfen, will die algerische Regierung die erneuerbaren Energien ausbauen. Hierfür verabschiedete das Energieministerium im März 2011 den Masterplan „Programme de l'énergie renouvelable et l'efficacité énergétique“ für den Stromsektor. Dieser gibt als Ziel die Errichtung von 22 GW an installierter Stromerzeugungskapazität aus erneuerbaren Energien bis 2030 vor. Somit sollen im Jahr 2030 40 Prozent der erzeugten Strommengen aus Erneuerbaren stammen. Zu den wirtschaftlich attraktivsten Nutzungsmöglichkeiten zählen Windenergie und vor allem die Solarenergie. Für eine gezielte Förderung dieser beiden Technologien wurden im April 2014 Einspeisetarife veröffentlicht.

Die attraktivsten Standorte für den Betrieb von Windparks befinden sich im Zentrum und im Westen des Landes. Es handelt sich meist um Wüstenstandorte mit Windgeschwindigkeiten, die im Jahresdurchschnitt über 7,5 m/s erreichen. Zwischen 2016 und 2030 sollen insgesamt 1,7 GW an Windleistung installiert werden. Der erste Windpark des Landes ging im November 2013 in Adrar ans Netz.

Das Potenzial für Solarenergie im Wüstenstaat Algerien ist naturgemäß hoch. Die jährliche Sonneneinstrahlung beläuft sich im Durchschnitt auf 2.000 kWh/m2. In der Sahara werden bis zu 2.650 kWh/m2 erreicht. Gegenwärtig liegt die installierte PV-Leistung jedoch noch unter zehn MW. Vor allem im dünn besiedelten weitläufigen Süden des Landes kommt die Photovoltaik zum Betrieb von Inselnetzen bereits zur Anwendung. Bis 2020 sollen 800 MW an PV hinzukommen. Solarthermische Kraftwerkstechnik (CSP) bietet weitere interessante Anwendungsmöglichkeiten in Algerien. Hier ist bis 2020 ein Zubau in Höhe von 1,2 GW geplant.

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