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Länderprofil Angola. (PDF)

PUBLICATION DATE: 03/2013
FORMAT: DIN A4
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Angola ist nach Nigeria der zweitgrößte Erdölexporteur Afrikas. Allerdings wird nahezu das gesamte geförderte Erdöl exportiert, so dass der inländische Energieverbrauch Angolas größtenteils durch Biomasse bestritten wird. Rund 80 Prozent der Bevölkerung nutzen Feuerholz, um ihren täglichen Energiebedarf zu decken. Seit 2013 sollen verstärkt auch die reichen Erdgasreserven des Landes energetisch genutzt werden. Die Stromversorgung wird zu 72 Prozent durch Wasserkraft gewährleistet. Im Jahr 2012 hatten 88 Prozent der angolanischen Bevölkerung keinen Zugang zu Elektrizität. Das nationale Stromnetz ist nicht zusammenhängend errichtet worden und erreicht jeweils nur Teile der nördlichen, südlichen und zentralen Regionen des Landes. Neben der Aufstockung der Stromerzeugungskapazitäten im Land, vor allem durch den Aus- und Neubau von Wasserkraftwerken, ist der Netzausbau somit eine weitere Priorität in der Entwicklungs- und Wirtschaftspolitik Angolas. Erneuerbare-Energie-Technologien (neben Wasserkraft) spielen in den Plänen der Regierung eine untergeordnete Rolle. Zwar sind mit dem 100 MW Windpark in Tômbwa und dem Biocom-Projekt, das die Biotreibstoffproduktion aus Zuckerrüben einführt, zwei erste wichtige Großprojekte geplant, darüber hinaus sollen Erneuerbare-Energien-Technologien aber vor allem zur energetischen Versorgung netzferner Regionen und auch dann nur nach genauer Betrachtung hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit potenzieller Projekte zum Einsatz kommen. Dabei sind die Voraussetzungen für eine verstärkte Nutzung von erneuerbarer Energie durchaus beachtlich. Das Gesamtpotenzial für die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen wird auf jährlich ca. 1.200 TWh geschätzt. Aus Biomasse könnten nur aus der energetischen Verwertung von Maisreststoffen und Zuckerrohr-Bagasse über 900 GWh pro Jahr an Elektrizität gewonnen werden. Die Wasserkraft schließlich bietet ein wirtschaftliches Stromerzeugungspotenzial in Höhe von 66 TWh pro Jahr. Aufgrund der staatlich kontrollierten Organisation des Energiesektors bestehen Chancen für deutsche Unternehmen nur über den Kontakt zum angolanischen Energieministerium und zu den mit diesem verknüpften ausführenden Institutionen und Energieversorgungsunternehmen. Über Ausschreibungen wurden bislang Kraftwerksvorhaben als Aufträge vor allem an große Bauunternehmen vergeben. Fördermechanismen, die im Stromsektor den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben könnten, existieren bislang nicht und sind in der analysierten Struktur des angolanischen Energiesektors auch kurzfristig eher nicht zu erwarten. Das Länderprofil Angola gibt Auskunft über den Stand der Maßnahmen und Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien im Zielmarkt.

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