Publication

Länderprofil Brasilien. (PDF)

PUBLICATION DATE: 10/2014
FORMAT: DIN A4
Download

Die positive wirtschaftliche Entwicklung, die Zunahme des gesellschaftlichen Wohlstands und das Bevölkerungswachstum führten zu einer gesteigerten Energienachfrage in Brasilien. So erhöhte sich der Stromverbrauch in den vergangenen zehn Jahren um rund 40 Prozent. Durch forcierten Kapazitätsausbau im Bereich der Erzeugung und der Netze möchte die brasilianische Regierung mit der steigenden Stromnachfrage Schritt halten. Die strategische Ausrichtung des Energiesektors hat sie im Energieplan bis 2030 festgehalten. Zusätzlich wurden in einem Zehnjahresplan konkrete Ausbauziele im kurz- und mittelfristigen Zeitraum bis 2022 dargestellt. Brasiliens Energiemix beinhaltet traditionell einen hohen Anteil erneuerbarer Energien. Diese haben einen Anteil von etwa 44 Prozent am Primärenergieverbrauch und von etwa 87 Prozent an der Stromerzeugung. Etwa 70 Prozent der Stromerzeugung werden aus großer Wasserkraft realisiert (Stand 2013). Auch zukünftig möchte Brasilien diese weiter, auf 120 GW, ausbauen. Ergänzend werden derzeit vor allem Windkraftanlagen im Land errichtet. Zum Aufbau von Kraftwerksanlagen – so auch auf Basis erneuerbarer Energien - werden im regulierten Strommarkt Stromkontingente versteigert, wobei die Technologien der Vorhaben miteinander in Wettbewerb stehen. Dieses System begünstigte bislang vorwiegend die preislich wettbewerbsstarken Bieter für Vorhaben zum Bau von Windkraftanlagen, großen Wasser- und thermischen Kraftwerken. Ende 2013 wurden jedoch in einer Stromkontingentauktion im Bundesstaat Pernambuco, die ausschließlich der PV vorbehalten war, Stromlieferverträge für PV-Projektvorhaben vergeben. Auch die jüngste Auktion von Reserve-Kraftwerkskapazitäten auf Bundesebene Ende Oktober 2014 lässt auf einen zukünftigen Markt für netzgebundene PV-Projekte in Brasilien schließen (vgl. Marktnachricht vom 06.11.2014). Die brasilianische Nationale Entwicklungsbank (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social – BNDES) finanziert vor allem langfristige Investitionen in allen Wirtschaftsbereichen und bietet insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen vergünstigte Konditionen. In der Vergabe von zinsgünstigen Darlehen für Erneuerbare-Energien-Projekte wird allerdings zum Teil ein Anteil nationaler Produktion vorgeschrieben. Bisher betrifft dies die Windkraft und die PV. Diese Local-Content-Anforderungen werden sich in den kommenden Jahren weiter erhöhen. Der traditionell in Brasilien vertretene Bioethanolsektor erholte sich nach einem preisbedingten Einbruch wieder und die Produktion erreichte 2013/14 ein hohes Niveau. Die Biodieselerzeugung erhielt durch die Anhebung der Beimischungsquote auf sechs Prozent und die Ankündigung einer weiteren Erhöhung auf sieben Prozent noch in 2014 einen Schub.

Related publications