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Länderprofil Japan. (PDF)

PUBLICATION DATE: 11/2014
FORMAT: DIN A4
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Japan hat den zweithöchsten Energiebedarf Asiens. Obwohl der Energieverbrauch seit dem Jahr 2000 rückläufig ist, kann Japan seinen Bedarf aktuell nicht aus eigenen Quellen decken und ist somit weitestgehend auf Importe fossiler Energieträger angewiesen. Derzeit werden weniger als 15 Prozent des nationalen Gesamtenergieverbrauchs aus einheimischen Quellen gedeckt. Im weltweiten Vergleich ist Japan der größte Flüssigerdgas (LNG)-Importeur, der zweitgrößte Kohle- und der drittgrößte Erdölimporteur.

Nach dem verheerenden Tsunamiunglück und der damit einhergehenden Reaktorkatastrophe in Fukushima im März 2011, fand mehr und mehr ein Umdenken in der japanischen Energiepolitik statt. Bis zu diesem Zeitpunkt fanden erneuerbare Energiequellen mit Ausnahme der Wasserkraft kaum Verwendung. Die Katastrophe von Fukushima in Verbindung mit den aufkommenden Sicherheitsbedenken gegenüber der Kernenergie führte dazu, dass alle Kernkraftwerke zunächst abgeschaltet wurden. Der Verlust dieser Kraftwerkskapazitäten erhöhte die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen und trieb die Energiekosten in die Höhe. Im Juli 2012 führte die japanische Regierung ein Einspeisevergütungssystem für erneuerbare Energien ein. Damit reagierte die Regierung auch auf die wachsende Akzeptanz gegenüber erneuerbaren Energien in der Öffentlichkeit und der Wirtschaft. Steigende Investitionen japanischer Unternehmen in die alternativen Energietechnologien führten zu einer Kapazitätserweiterung. Trotz Kürzungen einiger Einspeisetarife wird weiterhin von einem anhaltenden Zubau erneuerbarer Energien ausgegangen.

In dem im April 2014 verabschiedeten vierten Energiestrategiepapier räumte die Regierung allerdings ebenfalls den fossilen Energieträgern eine wichtige Rolle ein. Besonders Kohle und Gas werden weiterhin eine wichtige Stütze für die Energieversorgung sein. Erneuerbare Energien werden in den kommenden Jahren zudem prioritär ausgebaut. Bis zum Jahr 2030 soll laut Plan der Anteil der regenerativen Energien an der Stromproduktion bei 20 Prozent liegen (2012: ca. 10 Prozent). Parallel soll der Strommarkt reguliert und die Infrastruktur weiter ausgebaut werden.

Generell haben erneuerbare Energien ein großes Potenzial in Japan, da die natürlichen Bedingungen vorteilhaft sind. Wasserkraft und Bioenergie sind die derzeit wichtigsten regenerativen Energiequellen. Starke Zuwächse verzeichneten Solarenergie, insbesondere Photovoltaik, und Windenergie. Für die Zukunft wird insbesondere der Windenergie und der Geothermie ein großes Potential zugeschreiben.

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